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28. September 2018 // Franziska Höfer

Photokina 2018

Das sind die aktuellen Trends auf dem Fotomarkt

Neben Künstlicher Intelligenz stehen vor allem Systemkameras bei der Photokina in Köln im Fokus. Polaroidkameras erleben den zweiten Frühling.

Vor gar nicht allzu langer Zeit war die Digitalkamera noch das Highlight schlechthin unter dem Weihnachtsbaum. Doch seit ein paar Jahren musste sie den Platz immer weiter räumen. Durch die enorme technische Weiterentwicklung von Apple, Samsung und Co. wird heute im Alltag die Kamera von Smartphones genutzt, um Momente festzuhalten. Damit diese dann auch wirklich für die Ewigkeit sind, werden die Schnappschüsse danach meist sofort von dem Gerät ins World Wide Web gesendet.

In Deutschland erreichte der Umsatz von Digitalkameras im ersten Halbjahr 2018 345 Millionen Euro, was gegenüber den Zahlen aus dem Vorjahr ein Minus von neun Prozentpunkten bedeutet. Das zeigen die Ergebnisse von Marktforschern der Firma GfK. Die Zeit, in der nahezu jedes Familienmitglied eine klassische „Einsteiger-Digitalkamera“ verwendet, ist schlichtweg vorbei. Der Boom ist vorüber. Und somit verschwindet auch der Massenmarkt.

Hat die Photokina in Zeiten wie diesen dann überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Ja, hat sie. Denn auch wenn das Smartphone den „einfachen Digitalkameras“ den Rang abläuft, gibt es trotzdem einige interessante Neuerungen. Dieses Jahr präsentieren einige Hersteller ihre Tüfteleien rund um Künstliche Intelligenz. Für den Otto-Normalfotografen ergeben sich dann in Zukunft Spielereien wie beispielsweise eine Kamera, die erst dann auslöst, wenn alle vor dem Objektiv die Augen auch tatsächlich geöffnet haben. Aber auch Flugdrohnen oder die Lebensmittelindustrie könnten mit solchen intelligenten Kameras ausgestattet werden. Im Supermarkt muss man dann zukünftig nicht mehr lange Schlange stehen an der Kasse, da in dieser eine Kamera mit Bilderkennung verbaut ist, die Obst auf den ersten Blick identifizieren und dementsprechend verbuchen kann.

Kaum Neues präsentieren die Hersteller hingegen bei den Spiegelreflexkameras. Stattdessen setzen sie vermehrt auf Systemkameras mit eingebautem Vollformat-Sensor. Durch den fehlenden Spiegel sind diese Wechselobjektivkameras deutlich leichter als Spiegelreflexkameras und liegen sehr gut in der Hand. Besonders bei schwachen Lichtverhältnissen zeigen sich die Stärken von Vollformatkameras. In einigen Geräten wird das Foto sogar schon automatisch optimiert, bevor sich der Fotograf an die Retusche am Computer begeben hat. Ein Nachteil der Systemkameras ist zu dem aktuellen Zeitpunkt jedoch, dass der Stromverbrauch der meisten Geräte enorm hoch ist. Auch die Kosten können dem ein oder anderen Schweißperlen auf die Stirn treiben. Alleine die Gehäuse kosten oftmals schon mehrere tausend Euro.

Die analoge Fotografie feiert derweil ihr Comeback. Trotz Digitalisierung greifen immer mehr Menschen wieder zu analogen Kameras. In der Zeit von kurzlebigen Schnappschüssen schätzen sie die Haptik und die Tatsache, dass man eben nicht hunderte ähnliche Aufnahmen von einem Motiv macht, um das beste von ihnen dann in der Social-Media-Welt zu präsentieren. Denn vor allem junge Menschen erfreuen sich an der Renaissance von alten Kameras und Filmen, da sie sich mit ihnen von der großen Masse absetzen können. Man könnte von einer Art Hipster-Faszination sprechen. Besonders beliebt sind vor allem Sofortbildkameras. Zunächst schienen sie vom Austerben bedroht, nun erleben sie in den vergangenen Jahren ihren zweiten Frühling. Die Besonderheit der Geräte liegt auf der Hand: Fotos, die man sofort anfassen kann. Das macht jede Aufnahme zu einem Unikat. Zudem hat ein solches Polaroid in der Tat auch einen gewissen Wert. Aktuell zahlt man pro Polaroid durchschnittlich neunzig Cent. Das mag zwar nicht die Welt sein, in Zeiten, in denen man mal eben schnell ein Selfie mit dem Smartphone geknipst hat, weiß man eine so einzigartige Aufnahme aber vielleicht doch mehr zu schätzen.